• Worum es geht

    Die Alpen-Initiative verleiht dieses Jahr einen "Teufelsstein" und einen "Bergkristall". Die Abstimmung ist mittlerweile abgeschlossen, die beiden Preise werden am 28. September 2017 verliehen.

    Logo Teufelsstein - Preis für Unsinntransport

    Preis für unsinnige Transporte

    Der Schmäh-Preis für besonders absurde Transporte.

    Logo Bergkristall - Preis für sinnvolle Transportinitiativen

    Preis für sinnvolle Transportinitiativen

    Der Positiv-Preis für Projekte, die Transportwege möglichst kurz halten oder nachhaltig gestalten.

  • Teufelsstein

    Dies sind unsere Vorschläge für den "Preis für unsinnige Transporte"

    Fiji Wasser - Kandidat Teufelsstein

    Fiji Wasser

    Wasser von einer pazifischen Insel, ein Tropfen Paradies?

     

    Importiert von der Firma Trivarga, erhältlich unter anderem bei Manor und Globus.

     

    Wird auf dem Seeweg über 20'600 Kilometer nach England gebracht. Die restlichen 1400 Kilometer in die Schweiz wird es per Lastwagen transportiert.

     

    Der Transport einer Flasche verursacht rund 12'000 Mal mehr CO2 als dieselbe Menge Hahnenwasser und 22 Mal mehr als Mineralwasser aus der Schweiz.

    Emmi Caffè Latte - Kandidat Teufelsstein

    Emmi Caffè Latte Extra Shot

    Energie spendendes oder Energie fressendes Getränk?

     

    Hergestellt von Emmi.

     

    Wird in Deutschland mit Milch aus der Schweiz produziert. Hin und zurück per Lastwagen sind das 1360 Kilometer.

     

    Emmi hat auch ein ähnliches Getränk im Becher im Sortiment, hergestellt und abgefüllt in der Schweiz. Der Transport des Caffè Latte in der Dose verursacht fast dreizehn Mal mehr CO2 als ein Caffè Latte im Becher.

    Migros Hirschpfeffer

    Wild, ein regionales Saisonprodukt?

     

    Hergestellt von der Migros mit Fleisch aus Neuseeland.

     

    Das Fleisch wird tiefgefroren mit dem Schiff nach Bremerhaven (D) verfrachtet. Von dort kommt es mit der Eisenbahn und dem Lastwagen in die Schweiz. Insgesamt sind dies rund 23'000 Kilometer.

     

    Der Transport dieses Fleisches verursacht rund neun Mal mehr CO2 wie bei Wild aus der näheren Umgebung.

  • Bergkristall

    Und hier unsere Vorschläge für den "Preis für sinnvolle Transportinitiativen"

    Schulverpflegung Lausanne - Kandidat Bergkristall (R K B by Rainer Sturm Pixelio)

    Schulverpflegung Lausanne

    Gut essen in der Schule

    Die Stadt Lausanne verpflegt 6400 Kinder, die in der Schule essen, nach einem innovativen Konzept. Ziel ist es, dass die Produkte möglichst aus der Umgebung stammen und eine hohe Qualität aufweisen.

     

    Die Mehrkosten pro Mahlzeit und Kind dürfen höchstens 25 Rappen betragen.

     

    Das Ziel ist ambitiös: 70 Prozent der Produkte sollen aus dem Umkreis von 70 km stammen.

     

    ImagineCargo - Kandidat Bergkristall (© F.S.K.)

    ImagineCargo

    E-Commerce und E-Bike verbinden

    Das Zürcher Unternehmen ImagineCargo ist Partner der SBB und hat einen Bike-Bahn-Bike-Dienst aufgebaut. So wird eine nachhaltige Transportkette zwischen Ballungsräumen in der Schweiz, Deutschland und Österreich sichergestellt.

     

    99 Prozent des CO2-Ausstosses kann reduziert werden, wenn das Paket per Velokurier zum Bahnhof geliefert, in einem Personenzug befördert und am Zielort per Velo verteilt wird.

    Laines d'ici - Kandidat Bergkristall (Foto Laines d'ici)

    Laines d'ici

    Wolle aus dem Jurabogen

    «Laines d’ici» (Wolle von hier) mit Sitz in Cernier im Kanton Neuenburg sammelt jedes Jahr drei bis vier Tonnen Wolle im Jurabogen ein. Der grösste Teil davon wird im Thurgau zu Isolationsmaterial verarbeitet. Laines d'ici möchte zukünftig mindestens eine Tonne direkt vor Ort verarbeiten.

     

    Konkret heisst das, dass die Wolle in Cernier gefärbt, kardiert, gesponnen und gefilzt werden soll.

  • Hintergrund

    Weshalb diese Preise?

    Verlagern, vermindern, vermeiden

    Die Alpen-Initiative folgt in ihrer Arbeit drei Prinzipien: Gütertransporte sollen weitgehend auf die Bahn verlagert, die verfrachtete Gütermenge soll vermindert und unnötige Transporte vermieden werden. Die Verleihung der Auszeichnungen «Teufelsstein» und «Bergkristall» sind Teil dieser Bemühungen, Mensch und Umwelt vor den schädlichen Auswirkungen des Güterverkehrs zu schützen.

    Blick zurück

    Der Teufelsstein wurde 2002 zum ersten Mal vergeben

    Damals ging er an Migros und Coop, die Schweizer Rahm bis 2000 Kilometer herumfahren liessen, bloss um ihn in Sprühdosen abzufüllen. Letztmals verliehen wurde der Teufelsstein 2015, an Coca-Cola. Der Konzern karrte Cola in Büchsen aus Italien in die Schweiz, obwohl auch hierzulande Produktionsstätten für Cola vorhanden sind.

    Blick in die Zukunft

    Weitere Zunahme der Transporte

    Die Prognose zum Wachstum des internationalen Güterverkehrs sind erschreckend. In den letzten 20 Jahren hat sich die Menge der transportierten Güter über die Alpen verdoppelt. 2016 wurden 40.4 Millionen Tonnen transportiert. Experten sagen noch immer höhere Mengen voraus. Das Bundesamt für Raumentwicklung (ARE) geht davon aus, dass zwischen 2010 und 2040 die Menge an transportierten Gütern um 37% zunimmt. Die OECD ihrerseits prognostiziert eine Vervierfachung des internationalen Güterverkehrs bis 2050. Als Folge davon nimmt in der Schweiz der CO2-Ausstoss durch den Transportsektor zu, trotz den Verpflichtungen in den Klimaabkommen von Kyoto und Paris. Deshalb ist jeder überflüssige Transport zu verurteilen und die Effizienz des Transports zu steigern. Die Kandidaten für unsere beiden Preise – Teufelsstein und Bergkristall – sind Beispiele hierfür.

    Mehr erfahren

    Was die Alpen-Initiative sonst noch tut

    Erfahren Sie mehr über die Arbeit der Alpen-Initiative und wie Sie sie unterstützen können auf www.alpeninitiative.ch.

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